Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Die Klima- und Umweltkrise ist die größte Bedrohung für unsere Gesundheit, bietet aber auch enorme Chancen für einen Wandel, der uns ein gutes und gesundes Leben auf einem intakten Planeten ermöglicht. Menschen in Gesundheitsberufen müssen zum einen auf die nicht-vermeidbaren Auswirkungen dieser Krisen vorbereitet werden. Sie können durch das hohe gesellschaftliche Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird, auch einen wertvollen Beitrag leisten, die Gesellschaft mitzugestalten, die wir uns für uns und unsere Kinder wünschen. Neben konkreten Maßnahmen zur CO-Neutralität und Ressourceneffizienz sind die „klimasensible Gesundheitsberatung“ und gesellschaftspolitisches Engagement wirksame Hebel, um sich für eine klimagerechte Transformation einzusetzen.

Unsere drei Säulen:

 

Nachhaltigkeit

Durch den Erwerb des Praxissiegels „Nachhaltigkeit“ achten wir vermehrt auf:

Medikamente und Überversorgung:

  • Medikamentöse Überversorgung ist mit Abstand für den größten Teil der Treibhausgasemissionen von Praxen verantwortlich. Wir setzten primär auf naturheilkundliche Therapieansätze und verordnen Medikamente gezielt. Somit vermeiden wir eine Überversorgung.
  • Inbesondere bei älteren PatientInnen ist Multimedikation ein häufiges Problem. Wir überprüfen regelmäßig die Medikamentenlisten und stellen sicher, dass die Verordnung noch aktuell, medizinisch notwendig und zweckmäßig ist.
  • Unter den Medikamenten sind Dosieraerosole durch die verwendeten Treibgase am klimaschädlichsten. Dort wo es Alternativen zu Dosieraerosolen gibt, verordnen wir diese.

Einkauf und Abfall:

Der Materialeinkauf macht einen wesentlichen Teil des CO₂-Fußabdrucks einer Praxis aus. Wir halten uns an den Grundsatz der „5-R“:

"refuse“: Vermeiden unnötigen Konsums:

  • Wir verzichten auf Werbesendungen.
  • Produktproben von Pharmavertretern nehmen wir nur an, wenn diese von uns auch verordnet werden.
  • Einmalhandschuhe verwenden wir nur bedingt.

"reduce": Einsatz von Verbrauchsgütern reduzieren:

  • Wir gehen mit Einwegmaterialien sparsam um (Putztücher, Verbände, Sterilgut, Papierrollen für Liegen).
  • Durch die Digitalisierung von Prozessen sparen wir Papier (Berichte von Kollegen empfangen wir zunehmend über den sicheren Datentransfer (KIM), Laborbefunde erhalten wir elektronisch).
  • Bestellungen erfolgen, wenn möglich in Großverpackungen bzw. Nachfüllpackungen (z.B. Sonographie-Gel, Seife, Putzmittel).

"reuse": Wiederaufbereitung und Mehrfachverwendung:

  • Wir verwenden zunehmend wiederverwendbare Produkte
    (z.B. Nierenschalen, Tonerkassetten).
  • Wir achten auf eine konsequente Mülltrennung und recyclen nach Möglichkeit.

"repair/rethink“: Gewohnheiten hinterfragen :

  • Wir benutzen beim Impfen schon lange keine Einmalhandschuhe mehr.
  • Wir bündeln unsere Bestellungen und versuchen Einzellieferungen zu meiden.
  • Kauf nachhaltiger Produkte
  • Wir beziehen unseren Bedarf wo möglich aus fairer, nachhaltiger Herstellung.
  • Wir beachten bei Kaufentscheidungen, ob es Alternativen aus der Region, Deutschland oder der EU gibt (Anhaltspunkte bieten uns hier Siegel (z.B. „Blauer Engel“, EU Ecolabel)).

Mehr Informationen gibt es beim Beschaffungsamt des BMI unter: Nachhaltige Beschaffung - Informationen zu Produktgruppen

Mobilität

Der zweitgrößte CO2-Hotspot ist die Anfahrt von Patient:innen und Personal in die Praxis. Der Umstieg auf ÖPNV, Fahrrad, E-Bike und natürlich Fahrräder ohne elektrischen Antrieb führt neben der CO2-Reduktion auch zu positiven Effekten für die Gesundheit. Wir sind gut mit dem ÖPNV/Fahrrad erreichbar. Ihr Fahrrad können Sie auf unseren Fahrradstellplätzen sicher abstellen.

Energie - Strom

Seit Februar 2024 beziehen wir den größten Teil des Stroms über die praxiseigene Photovoltaikanlage inkl. Akkuspeicher für die Nacht. In Zeiten, wo die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, stellt unser Stromanbieter sicher, dass der Strom aus Ökostrom besteht.

Heizung

Wir haben die Grundtemperatur am Tag um einige Grad abgesenkt und geheizt wird nur während des Praxisbetriebs. Die Heizung wird nachts und am Wochenende abgesenkt (Nachtabsenkung).
Zudem lüften wir in bestimmten Abständen statt des Dauerlüftens (Stoßlüften).
Einige Bereiche der Praxis lassen sich zudem bereits über eine Wärmepumpe beheizen.

Liebe PatientInnen

… helfen Sie mit / machen Sie mit!!

Haben wir Ihr Interesse geweckt, schauen Sie doch einmal beim Klima-Lebens-Retter vorbei.

 

Klimabezogene Aspekte der Patientenversorgung

Die Veränderung des Klimas hat direkte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Gesundheitswesen. In absehbarer Zukunft werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzewellen mit direkten Gesundheitsgefahren, die Ausbreitung vektorbedingter Erkrankungen, allergischer Atemwegserkrankungen durch invasive Pflanzenarten, klimabedingte psychische Erkrankungen, Erkrankungen durch toxische Algenblüten sowie die Zunahme von Hautkrebserkrankungen und vorzeitige Todesfälle durch Luftschadstoffe zunehmend wichtige Themenfelder in der Patientenversorgung sein (DEGAM). Die Verbesserung der patientenbezogenen Versorgungsqualität in Hausarztpraxen in Bezug auf klimafolgenbedingte Gesundheitsfragen (z. B. zu Hitzewellen und vektorbezogenen Erkrankungen) fällt nicht zuletzt auch in den Verantwortungsbereich der medizinischen Versorger.
Quelle: aQua Institut - Patienteninformation Klimawandel

Klimawandel und Gesundheit – wenn Hitze zum Risiko wird

Die Sommer werden immer heißer, zudem waren sie in den letzten Jahren gekennzeichnet durch häufiger werdende Hitzewellen. Grund dafür ist der Klimawandel. Neben Beschwerden durch Hitze kann das veränderte Klima zu anderen Erkrankungen führen, wie vermehrten Allergien oder seelischen Belastungen. Auch Infektionskrankheiten können auftreten, die bisher in Deutschland nicht vorgekommen sind.

Was passiert bei Hitze im Körper?

Unser Körper kann sich an warme Temperaturen anpassen: Die Blutgefäße erweitern sich und wir fangen an zu schwitzen. Der Schweiß kühlt die Haut ab. Bei langer und großer Hitze funktioniert dieser natürliche Temperaturmechanismus jedoch nicht mehr richtig. Dann sinkt der Blutdruck und man verliert Flüssigkeit und Salze. Das belastet besonders den Kreislauf.
Was sind mögliche Folgen?

  • Hautausschlag durch Schwitzen
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in Unterschenkeln und Knöcheln
  • Schwindelgefühl beim Stehen
  • Hitze-Erschöpfung: Schwäche, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Schwindel, niedriger Blutdruck
  • Hitzeschlag

Außerdem kann Hitze unter anderem Atemwegserkrankungen verschlimmern, den Schlaf beeinträchtigen und zu Nierenerkrankungen führen.

Was können Sie selbst tun?
Schon kleine Dinge können Ihnen helfen, hohe Temperaturen besser zu bewältigen:

Trinken:
Achten Sie darauf, an heißen Tagen mehr zu trinken. Das ist vor allem für ältere Menschen wichtig, weil sie weniger Durst empfinden oder das Trinken manchmal ganz vergessen. Die Getränke sollten nicht zu kalt sein. Das Trinken fällt leichter, wenn Sie sich etwas aussuchen, was Ihnen schmeckt. Gute Durstlöscher sind Mineralwasser, Saftschorlen oder Kräutertees. Auf Alkohol- oder Koffeinhaltige Getränke sollten Sie verzichten. Diese belasten den Kreislauf. Ebenso zuckerhaltige Getränke sollten Sie meiden, diese belasten den Zuckerstoffwechsel und beeinträchtigen die Zuckerbilanz bei Diabetes mellitus.

Leichte Kost:
An heißen Tagen sind Obst, Gemüse oder leicht verdauliche Speisen ratsam. Salzhaltige Lebensmittel, wie Brühe oder Salzstangen, liefern dem Körper Mineralien.

Haut abkühlen:
Lauwarme Duschen oder Fußbäder kühlen ab. Auch feuchte Tücher auf Gesicht, Nacken oder Armen können guttun.

Pralle Sonne meiden:
Frische Luft tut gut. Aber bei Hitze sollten Sie körperliche Aktivitäten im Freien allenfalls in die Morgen- oder Abendstunden legen. Dann atmen Sie auch weniger Ozon ein. Achten Sie darauf, dass Kinder im Kinderwagen oder pflegebedürftige Personen im Rollstuhl im Schatten stehen.

Medikamente und ärztliches Gespräch:
Einige Medikamente können den Abkühlungsmechanismus des Körpers beeinflussen oder den Flüssigkeitsverlust verstärken. Dazu zählen zum Beispiel Entwässerungstabletten. Wichtig: Setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig ab oder ändern Sie nicht selbst die Dosis. Sprechen Sie uns an!

Weitere Informationen für Sie:

Empfehlungen bei Hitze: www.klima-mensch-gesundheit.de
Alter und Hitze: PDF https://www.bundesgesundheitsministerium.de
Hitze und Diabetes: www.diabinfo.de

Lebensstilberatung:

Es gibt eine enge Beziehung zwischen Gesundheit und Klima. Ein für die Umwelt vorteilhafter Lebensstil hat auch positive Auswirkungen auf Ihre eigene Gesundheit (z.B. durch Bewegung und angepasste Ernährung).
Link zur Versorgungsreport Klima und Gesundheit

 

Hitzeschutzplan

Auch hierzulande muss aufgrund des Klimawandels mit häufigeren und länger anhaltenden Hitzewellen gerechnet werden.

Sprechstunden

Hinter der Terminsprechstunde steht die Idee, die Wartezeiten für unsere Patienten so gering wie möglich halten. Vereinbaren Sie mit unserer medizinischen Fachangestellten bitte telefonisch einen Termin. Sollten Ihnen etwas dazwischenkommen, bitten wir Sie, den Termin rechtzeitig abzusagen, damit wir umplanen können. Die anderen Patienten werden es Ihnen danken!
Für dringende Fälle haben wir für Sie unsere Akutsprechstunde eingerichtet. Wenn Sie krank sind und noch am selben Tag zur Behandlung kommen wollen, melden Sie sich bitte morgens telefonisch an. Wir nennen Ihnen dann eine Uhrzeit für die Akutsprechstunde am Vormittag.

In Notfällen, die sich außerhalb der Sprechzeiten ereignen, wenden Sie sich bitte an die

Notfallpraxis am Klinikum Niederberg
Robert-Koch-Straße 2
Telefon: 02051/9821100
Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag: 19 - 22 Uhr
Mittwoch und Freitag: 13 - 22 Uhr
Samstag und Sonntag, Feiertage: 8 - 22 Uhr

Außerhalb der Sprechzeiten der Notfallpraxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer: 116 117

Bei Lebensgefahr kontaktieren Sie bitte den Rettungsdienst: 112

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